Die Vorsorge hinsichtlich Vermögen und Eigentum fällt schon dürftig aus, aber noch weniger scheren sich die Leute wohl um den digitalen Nachlass. Doch was passiert mit facebook, Instagram, Twitter & Co., wenn ein Angehöriger stirbt?

Da es sich um eine neue Materie des Nachlasses handelt, stellen sich einige Probleme, die für die Erben nicht leicht zu lösen sind. Auch n-tv.de macht in einem aktuellen Artikel vom 25. September 2016 auf die Notwendigkeit gewisser Vorsorgeregelungen aufmerksam und stellt eine To-Do-Liste für Angehörige zusammen, die es im Todesfall gilt, abzuarbeiten, soweit der Verstorbene keine expliziten Regelungen getroffen hat:

 

1) Registrierungen/Anmeldungen/Mitgliedschaften in Erfahrung bringen

Dies gestaltet sich besonders schwierig, wenn der Verstorbene nicht irgendwo vermerkt hat, wo er registriert/angemeldet ist. Wie n-tv.de berichtet, rät Frau Barbara Steinhöfel, von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz dazu, zunächst den Namen des Verstorbenen in die Suchmaschine der einzelnen Portale einzugeben, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Auch bieten Verträge und Rechnungen einen guten Anhaltspunkt. Am hilfreichsten sei aber der Zugriff auf das E-Mail Konto des Verstorbenen. Hier lassen sich auch unbekannte Passwörter u.U. zurücksetzen und der Browser Verlauf könne ebenfalls dienlich sein.

2) Zugriff auf E-Mail Konto

Zugriff auf das E-Mail Konto des Verstorbenen zu erhalten, ist relativ leicht, soweit der Verstorbene Programme wie Outlook oder Thunderbird genutzt hat, welche direkt auf dem Computer installiert sind. Soweit aber der Zugang auf das E-Mail Konto über die Internetadresse des jeweiligen Anbieters selbst erfolgt (etwa Web.de oder GMX), ist ein Erbschein erforderlich. Zudem macht n-tv.de darauf aufmerksam, dass so manch internationaler Anbieter beglaubigte Übersetzungen von Nachweisdokumenten verlange.

Die Erben haben letztlich die Möglichkeit, den Account weiterzuführen oder löschen zu lassen. Entscheiden sich die Erben zur Kündigung des Accounts, so genügt eine Sterbeurkunde.

Alternative zum Erbschein? – unbedingt!

Betrachtet man sich die möglichen Missbrauchsfälle, so ist die Vorlage eines Erbscheins durchaus angezeigt und nicht etwa „lästige Förmelei“. N-tv.de weist aber auf die Möglichkeit hin, eine Vorsorgevollmacht zu verfassen, die dem Bevollmächtigten die Befugnis gibt, die Online Konten zu verwalten. Weitere Vorteile, welche die Vorsorgevollmacht mit sich bringt, finden Sie in unserem Beitrag…

3) Unentdeckte Online Konten baldmöglichst kündigen

Wenn Sie schließlich nicht sämtliche Online Konten entdeckt haben und plötzlich Rechnungen, bzw. Mahnungen erhalten, baldmöglichst kündigen! Für kostenlose Online-Konten gilt, so n-tv.de mit Verweis auf Unternehmenssprecher Friemel, dass diese bei Inaktivität von sechs Monaten inaktiv geschaltet werden. Danach gibt es für ein halbes Jahr die Möglichkeit, die Adresse zu reaktivieren, bis sie freigegeben wird. Dann werden die Daten des Accounts unwiderruflich gelöscht.

GoogleMail ist weit verbreitet und bietet den Nutzen einen sog. Inaktivitätsmanager, sofern der Verstorbene einen solchen vor seinem Tode eingerichtet hat (wohl sehr selten). Dadurch kann man einen bestimmten Inaktivitätszeitraum wählen. Sind während dieses Zeitraums keine Aktivitäten des Nutzers zu verbuchen, kontaktiert Google eine vorher festgelegte Vertrauensperson, die dann ggf. auf die Daten zugreifen kann.

4) Achtung: Facebook

Für Hinterbliebene stellt sich in der heutigen Zeit beinahe immer die Frage, wie das Facebook Konto des Verstorbenen gelöscht werden kann (laut n-tv.de hat mehr als jeder dritte Deutsche ein Konto bei Facebook). Facebook begnügt sich mit einer eingescannten Sterbeurkunde als Nachweis. Das Konto kann dann nicht nur gelöscht, sondern auch in einen Gedenkzustand versetzt werden.

Das geht auch: Testament oder Nachlassbrief in Kombination mit Todesanzeige oder Trauerkarte.

 

Fazit: Sie sehen, dass die rechtzeige Vorsorge, unseren digitalen Nachlass betreffend, genauso wichtig ist, wie die rechtzeitige Vorsorge allgemein.

Vor allem, wenn der Todesfall plötzlich eintritt, haben die Angehörigen keine Kraft, um sich mit Angelegenheiten wie Facebookkonten u.v.m. herumzuschlagen. Machen Sie es sich und Ihrer Familie leicht und kümmern Sie sich rechtzeitig.

Wir unterstützen Sie gerne dabei!

Quelle: n-tv.de , Tom Nebe, dpa