Zum wiederholten Male berichtet n-tv über die größten Irrtümer in der Bevölkerung zum Thema Erben und Vererben. Obwohl diese Wissenslücken bereits mehrfach aufgezeigt wurden, scheint der Wissensstand in dem Bereich nur langsam zu wachsen. Es drängt sich also die Frage auf: Erben und Vererben noch immer ein Tabuthema? Wir als Bonner Erbrechtstag e.V. möchten diese Wissenslücken schließen und das Bewusstsein der Bürger dafür schärfen.

Gegen ungewollte Rechtsfolgen hilft also nur eins – sich informieren und beraten lassen und nicht allein auf das Gesetz vertrauen.

Wir haben für Sie die größten Irrtümer nochmals übersichtlich zusammengestellt

 

1) Sind Kinder vorhanden und stirbt ein Ehegatte, so erbt der andere Ehegatte automatisch alles

Falsch! Ist kein Testament vorhanden, sodass sich die Erbfolge allein nach Gesetz bestimmt, so werden die Kinder neben dem überlebenden Ehegatten gleichermaßen berücksichtigt.Und was kann man tun? Möchten die Ehepartner, dass nach dem Ableben eines von ihnen zunächst nichts an die Kinder, sondern nur an den überlebenden Ehegatten geht so müssen sie ein sog. Berliner Testament verfassen. Nachteil: Das Berliner Testament, oder auch Ehegattentestament genannt, ist nur durch beide Ehepartner zu ändern. Stirbt also einer von ihnen, so kann der überlebende Teil die Verfügungen, die in diesem Testament getroffen wurden, nicht mehr ändern.

 

 

2) Ich kann meine Kinder enterben

 

Falsch! Wie wir bereits berichteten,  gibt es kein „Enterben“ in dem Sinne, wie es der Volksmund versteht. Man kann zwar seinen Ehepartner oder seine(n) Abkömmling(e) von der gesetzlichen Erbfolge ausschließen, es verbleibt diesen Personen aber der sog. „Pflichtteil“, d.h. ein Betrag X aus dem Nachlass. Die Personen, die dann durch Testament oder Erbvertrag zu Erben berufen sind, trifft die Verpflichtung, den „Enterbten“, bzw. den Pflichtteilsberechtigten zu befriedigen. In derartigen Konstellationen ist der Streit und ein Gerichtsverfahren regelrecht vorprogrammiert.

 

3) „Vererben“ = „Vermachen“

Falsch! Ein Erbe und ein Vermächtnis sind zwei verschiedene Paar Schuh. Daher ist es wichtig, dass der Erblasser in seinem Testament zunächst einen Erben oder mehrere Erben als seine(n) Rechtsnachfolger bestimmt (=Erbengemeinschaft). In einem zweiten Schritt kann er, soweit er das wünscht, einzelne Gegenstände aus seinem Nachlass an andere Personen oder auch an einzelne Erben vermachen.

 

4) Erben = Geschenkt

 

Falsch! Wird man als Erbe bestimmt (durch Testament oder Erbvertrag), so geht das gesamte Vermögen, aber eben auch die Schulden und Verpflichtungen auf den Erben über. Die künftigen Erblasser sollten sich bei größerem Vermögen insbesondere über die steuerlichen Freibeträge informieren, die für Angehörige gelten.  Teilweise kann es sinnvoll sein, bereits zu Lebzeiten Vermögen zu verschenken, um später der Erbschaftsteuer aus dem Weg zu gehen.  Welcher Weg für Sie der sinnvollste ist, muss aber in jedem Fall in einem persönlichen Gespräch mit einem Fachmann erörtert werden – also lassen Sie sich beraten.

 

5) Wenn ich kein Erbe werden will, mache ich einfach gar nichts

Falsch! Wird man im Testament oder Erbvertag als Erbe eingesetzt oder ist dies laut Gesetz, so muss man das Erbe ausschlagen, wenn man dies nicht möchte. Unter Umständen ist dies besser, etwa dann, wenn der Erblasser mehr Schulden als Vermögen hinterlässt. Beachten Sie dabei bitte auch stets die Ausschlagungsfrist von 6 Wochen, die in dem Zeitpunkt beginnt, in welchem Sie von der Erbschaft erfahren. Nichts tun und abwarten macht daher alles nur schlimmer – auf zum Experten!

 

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