Wie bereits in unserem Beitrag Neues Erbrecht für die EU: Alles einfacher? – Wer’s glaubt ! angekündigt, ist am 17.08.2015 das neue EU-Erbrecht in Kraft getreten. Wie beschrieben, soll damit alles schneller und einfacher gehen, wenn über die Grenzen hinaus ver- und geerbt wird.

Dass mit den neuen Regelungen aber auch manche Dinge komplizierter werden, wird dabei gerne übersehen. Wir berichteten über das neue Dokument mit dem Namen „Europäisches Nachlasszeugnis“, welches unseren nationalen Erbschein in Fällen mit Auslandsbezug ablöst.

Sie haben Ihren Wohnsitz im EU-Ausland angemeldet oder sind dort Eigentümer einer Immobilie? Dann raten wir Ihnen dringend, Ihre letztwilligen Verfügungen, kontrollieren zu lassen. Anderenfalls kann es ein böses Erwachen geben.

 

Das neue Erbrecht sieht nämlich beispielsweise vor, dass im Todesfall die Rechtsordnung des Staates gilt, in welchem der Verstorbene seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Das bedeutet für Sie: Leben Sie z.B. in Spanien und wollen, dass das deutsche Erbrecht im Todesfall Anwendung findet, so müssen Sie diesen Wunsch in Ihrem Testament gesondert festhalten. Sonst gilt spanisches Erbrecht!

Sie haben bereits Ihr Testament gemacht? Kein Problem – Die Bundesnotarkammer in Berlin ließ verlauten, dass eine Ergänzung des Testaments, die diesem beigefügt wird, genügt. Beachten Sie: Die Ergänzung sollte handschriftlich geschrieben sowie mit Ort, Datum und Namensunterschrift versehen sein.

Sie haben weitere Fragen? Wir beraten Sie gerne.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa