Wenn das Testament eröffnet wird, gibt es häufig Streit. Die Kinder, die so fest mit dem Erbe ihres Vaters gerechnet haben, gehen plötzlich leer aus, weil der Vater „etwas Gutes“ tun wollte und das gesamte Vermögen Unicef gespendet hat. Die Frage lautet dann stets: Und jetzt?

Der meist letzte Ausweg, der allerdings einige Steine und Hürden bereit hält, ist die Anfechtung des Testaments.

Dabei heißt es schon zu Beginn: Aufgepasst! Nicht jeder kann ein Testament anfechten, sondern nur die gesetzlichen Erben, was auf Ehepartner, Kinder und Enkel zutrifft. Bei kinderlosen Menschen, sind es hingegen die Eltern, denen dann ebenfalls das Anfechtungsrecht zusteht.

Das Hauptproblem wird in der Regel allerdings darin zu sehen sein, dass kein sogenannter Anfechtungsgrund vorliegt. An diesen Anfechtungsgrund werden nämlich hohe Anforderungen gestellt. Die bloße Enttäuschung der Kinder oder des Ehepartners, nicht so viel zu erhalten, wie möglicherweise gedacht, genügt hier gerade nicht. Anders liegt es dann, wenn sich der Erblasser, d.h. derjenige, der das Testament errichtet hat, geirrt hat oder aber wenn der Erblasser bedroht worden ist. Achtung: Sowohl der Irrtum als auch die Drohung müssen bewiesen werden!

Anders aber dann, wenn es sich um Kinder, bzw. Angehörige des Erblassers handelt, von deren Existenz der Erblasser im Zeitpunkt der Testamentserrichtung noch nichts wusste. Diese können stets gegen das Testament vorgehen, wenn sie den Anfechtungsgrund anführen, sie seien möglicherweise übergangen worden.

Eine weitere Hürde bei der Testamentsanfechtung stellt die sogenannte Anfechtungsfrist darf. Diese beläuft sich auf ein Jahr und beginnt in dem Zeitpunkt, in dem der Anfechtungsberechtigte/Anfechtende vom Testament, Erbfall, Drohung oder Irrtum Kenntnis erlangt hat.

Sie haben Fragen zur Testamentsanfechtung? Wir beraten Sie gerne.

 

Quelle: n-tv.de