In den letzten Jahren haben sich die Diskussionen über das Erbrecht selbst, insbesondere über die Erbschaftsteuer, aufgrund des demografischen und gesellschaftlichen Wandels gemehrt (man vergleiche nur Günter Jauch, ARD 21.45 Uhr am 17.05.2015). Das Thema bedarf eines hohen Maßes an Fingerspitzengefühl, wie die, häufig hitzig verlaufenden, Gesprächsrunden zeigen.

Den künftigen Erblassern stellt sich im Hinblick auf steuerrechtliche Regelungen die Frage: Verschenke oder Vererbe ich?

 

Teilweise lässt sich durch eine sogenannte Schenkung zu Lebzeiten, durch welche das Vermögen oder ein Teil des Vermögens schon vor dem Tod auf jemanden übertragen wird, bares Geld sparen. Viele Leute tun sich allerdings schwer mit derartigen Schenkungen. Wer möchte schon sein Haus und Grund, was er sich ein Leben lang erarbeitet hat, noch vor seinem Tod an die Kinder verschenken? Die Risiken sind jedoch durch die richtigen Regelungen kalkulierbar und lassen sich größtenteils ausschließen.  Insbesondere bei größeren Erbschaften ist daher eine umfassende, rechtliche Beratung ein absolutes Muss, um sämtliche steuerliche Vorteile zu nutzen.

Doch wie funktioniert das mit der Erbschaftsteuer und dem Freibetrag?

Anhand der Steuerklasse des Erben lässt sich die Höhe des Steuersatzes ermitteln. Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler nennt folgende Faustformel: “Grundsätzlich gilt: Je enger der Verwandtschaftsgrad, desto niedriger der Steuersatz“.  Bei Ehegatten, Lebenspartnern und Kindern ist dies die Steuerklasse I, sodass sich die Steuersätze je nach Höhe des geerbten Vermögens zwischen 7 und 30 Prozent bewegen.  Bei Geschwistern, Nichten und Neffen hingegen gilt Steuerklasse II, im Rahmen derer die Steuersätze zwischen 15 und 43 Prozent liegen.  Dies gilt allerdings nur, solange die Erben nicht von Freibeträgen profitieren können.  Der Freibetrag liegt für Ehegatten und Lebenspartner laut Klocke bei 500.000 Euro. Bei Kindern 400.000 Euro und Geschwister des Verstorbenen erben bis zu 20.000 Euro steuerfrei.  Der Vorteil an einer Schenkung zu Lebzeiten ist, dass die Freibeträge alle zehn Jahre erneut zur Verfügung stehen.  „Das heißt, größeres Vermögen kann in „Raten“ steuerfrei übertragen werden“,  so Klocke. Auch Immobilien lassen sich steuerfrei vererben, jedenfalls dann, wenn der Erbe mindestens zehn Jahre die Immobilie (mit-)bewohnt hat. Dem Erblasser stehen dabei ausreichend Schutzmöglichkeiten zur Seite, wie etwa die Vereinbarung eines Nießbrauch- oder Wohnrechts an der Immobilie.

Als Fazit lässt sich zusammenfassen: Es gibt keine Pauschallösung, wie man "am besten" vererbt. Welche Gestaltungsmöglichkeiten für Sie die sinnvollsten sind, lässt sich erst unter Bezugnahme auf Ihre individuellen Lebensverhältnisse und nach einer umfassenden Beratung erkennen. Wie der obige Bericht zeigt, lässt sich aber unter Umständen viel Geld sparen. Daher zögern Sie nicht, sondern nehmen Ihre und die Zukunft Ihrer Erben selbst in die Hand.

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Quelle: n-tv.de , awi/dpa